Liebe Interessierte,

wir haben leider für das kommende Kitajahr 2019/2020 keine Plätze mehr zur Verfügung.

LG Euer Schippeteam

Inklusiver Kinder- und

Schippe und Eimer e.V.
Muskauerstr.55
10997 Berlin

Tel.: 030-61657396
schippe_eimerdino@yahoo.de

Stand: September 2010

Kilaleitung: Diplom-Heilpädagogin Jana Fischer

“Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht”
(afrikanisches Sprichwort)

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 

2. Die Rahmenbedingungen des Kinderladens
2.1 Träger der Einrichtung
2.2 Lage
2.3 Das soziale Umfeld/ Historie Kreuzberg
2.4 Die Räumlichkeiten
2.5 Die Struktur der Kindergruppe
2.6 Die MitarbeiterInnen

3. Der Kinderladen zwischen privatem Raum und öffentlicher Erziehung
3.1 Der Stellenwert des Kinderladens
3.2 Das Bild vom Kind
3.3 Die Rechte des Kindes
3.4 Die Rolle der Erzieherinnen

4. Die Pädagogik
4.1 Ziele und Intentionen
4.1.1 Bedeutung des Spiels
4.1.2 Altersmischung
4.1.3 Geschlechtsneutrale Erziehung
4.1.4 Kulturelle Vielfalt
4.1.5 Gesundheit und Ernährung
4.2 Bausteine der Pädagogik
4.2.1 Tagesablauf
4.2.2 Eingewöhnung
4.2.3 Raumkonzeption
4.2.4 Projektarbeit
4.2.5 Freispiel
4.2.6 Gelenktes Spiel
4.2.7 Lernen durch Alltagssituationen
4.2.8 Umwelt- und Verkehrserziehung
4.2.9 Vorschulerziehung
4.2.10 Spracherziehung/ Sprachförderung
4.2.11 Inklusion
4.2.12 Regeln
4.3 Aktivitäten
4.3.1 Spiel, Sport und Bewegung
4.3.2 Musikalische Früherziehung
4.3.3 Feste und Feiern
4.3.4 Reisen

5. Die Organisation
5.1 Rollen, Aufgaben und Verantwortung
5.1.1 Eltern/ Elternarbeit
5.1.2 ErzieherInnen/ Personal

6. Finanzierung

7. Selbstdarstellung und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

1. Einleitung 

Das vorliegende Konzept dient sowohl den Eltern als auch den Erzieher/Innen des Kinderladens Schippe und Eimer als Leitlinie. Es beschreibt die Rahmenbedingungen, Ziele und Vorgehensweisen und gibt damit auch unseren Ansprechpartnern beim Senat und dem Bezirksamt sowie allen anderen an der Einrichtung Interessierten die wichtigsten Informationen über den Kinderladen.

oben

2. Die Rahmenbedingungen des Kinderladens

2.1 Träger der Einrichtung

Träger des Kinderladens ist der im Vereinsregister eingetragene Verein Schippe und Eimer e.V., Muskauerstr.55, 10997 Berlin, Telefon 61657396. Der Verein wurde im Januar 1983 gegründet.

2.2 Lage

Die Einrichtung liegt im Erdgeschoss eines Altbaus im Bezirk Kreuzberg. Das Haus sowie die umliegenden Bauten stammen aus der Zeit der Jahrhundertwende und verfügen in der Regel über einen Hinterhof oder eine Gartenanlage. In unmittelbarer Nähe liegt der Görlitzer Park, in dem sich neben mehreren größeren Wiesenflächen und Spielplätzen auch ein Kinderbauernhof befindet. Andere Spielplätze in der Umgebung sind zu Fuß leicht erreichbar. Die Lage des Kinderladens ist hinsichtlich der Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel sehr günstig gelegen. Die U-Bahn-Station Görlitzer Bahnhof der Linie U1 liegt nur etwa fünf Minuten entfernt. Darüber hinaus liegt die Buslinie M29 ebenfalls in laufnaher Entfernung.

2.3 Das soziale Umfeld/Historie Kreuzberg

Benannt wurde der Bezirk Anfang der 1920er Jahre nach dem Kreuzberg, einem kleinen Hügel am Rande des Teltows, im heutigen Viktoriapark, im Südwesten des Stadtteils gelegen. Nach der Gründung der Stadtgemeinde Berlin hieß der Bezirk zunächst Hallesches Tor. Auf der (damals noch) Tempelhofer Berg genannten Erhebung hatte man 1821 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel ein Denkmal in Grundform des Eisernen Kreuzes errichtet, um an die Befreiungskriege gegen Napoleon zu erinnern.

Seine überregionale Bekanntheit verdankt Kreuzberg vor allem der bewegten Geschichte des kleineren östlichen Bereichs (und Postbezirks) SO 36, später Berlin 36, der  von drei Seiten umschlossen von der deutsch-deutschen Grenze – in den 1970er und 1980er Jahren als Zentrum der alternativen und illegalen Hausbesetzerszene legendär wurde. Dieser Teil erstreckt sich zwischen Spree, nördlich der Lohmühleninsel und des Landwehrkanals sowie östlich des heute zugeschütteten Luisenstädtischen Kanals. Heutzutage gilt diese Gegend als einer der ärmsten Teile Berlins. Den größeren Teil Kreuzbergs bilden die nordwestlich gelegene, stark kriegszerstörte südliche Friedrichstadt (Zeitungsviertel) und die ganze südliche Hälfte (Kreuzberg 61).

Fast ein Drittel der rund 160.000 Einwohner sind Migranten, viele türkische Gastarbeiter und deren Nachkommen. Auch für diese demographische Besonderheit ist Kreuzberg weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Die türkischstämmige Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf den östlichen Bereich SO 36 und hierbei den Wrangelkiez.

Zu Zeiten der Berliner Mauer in einer Nischenlage, ist Kreuzberg mit der Wiedervereinigung 1990 quasi über Nacht zu einem Ort im Zentrum der Hauptstadt geworden, das als Standort für Unternehmen an Attraktivität gewinnt. So ziehen jetzt viele Unternehmen und Organisationen zum Spreeufer an der Oberbaumbrücke.

2.4 Die Räumlichkeiten

Der 214 m2 große Kinderladen teilt sich in zwei Bereiche. In den Bereich der „Kleinen” Gruppe (1-3 Jahre) und in den der „Großen” (3-5 Jahre).

Die Räume der kleineren Kinder sind unterteilt in ein Kuschel- und Schlafzimmer, in einen Bastel- und Essraum, in einen großen Spielraum und ein Badezimmer.

Den großen Kindern stehen ein Tobezimmer, ein Bastelraum, ein Kuschelzimmer, ein Bad und ein Essraum zur Verfügung. Der große Eingangsbereich mit Garderobe und unsere Küche wird von allen gleichermaßen genutzt.

Dem Personal stehen ein Personalraum (Büro) und ein eigenes Badezimmer zur Verfügung.

Die Trennung der Bereiche gilt lediglich der Orientierung und wird im Kinderladenalltag nur in bestimmten Situationen praktiziert. Die Kinder haben so die Möglichkeit sich in ihrer Altersmischung zu erfahren.

2.5 Struktur der Kindergruppe

Die Einrichtung wird von 33 Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren besucht. Die Kinder teilen sich in zwei Gruppen, in die der ein- bis dreijährigen Kinder (Schippengruppe) und in die der drei- bis sechsjährigen Kinder (Eimergruppe).

2.6 Die MitarbeiterInnen

Der Kinderladen beschäftigt:

  • Diplom-SozialarbeiterInnen
  • Diplom-HeilpädagogenInnen
  • ErzieherInnen (in der Ausbildung)
  • Honorarkräfte
  • FSJlerInnen/ BFDlerInnen
  • zwei Musikpädagogen, die die Einrichtung wöchentlich besuchen
  • PraktikantInnen

Außerdem übernehmen Eltern im Notfall Elterndienste bei Urlaub oder im Krankheitsfall oder als zusätzliche Begleitung z.B. bei Ausflügen. Aus all den Mitarbeitern ergibt sich für die Kinder ein Personalschlüssel von eins zu fünf.

oben

3. Der Kinderladen zwischen privatem Raum und öffentlicher Erziehung

3.1 Der Stellenwert des Kinderladens

Kurze historische Einführung:

Ende der sechziger Jahre wurden Ansätze psychoanalytischer und sozialistischer Theoretiker im Kontext der Studentenbewegung in viele Bereiche des Lebens aufgenommen. Auch im Bereich der Kindererziehung wurde deren praktische Umsetzung als Gegenkonzept zu traditionellen Formen der Kinderbetreuung versucht.

Aus der Kritik an gesellschaftlichen Strukturen, der Kritik an der Familie als Ort, an dem autoritäre Strukturen reproduziert wurden, und aus der Kritik an dem als rigide eingestuften Erziehungsstil in bestehenden Betreuungseinrichtungen für Kinder, wurden Gegeninstitutionen in Form von Kinderläden geschaffen. Deren Ziel war es, bestehende Strukturen aufzuweichen und einen Demokratisierungsprozess einzuleiten.

In den Anfängen der Kinderladenbewegung übernahmen Eltern zum Teil die gesamte pädagogische Betreuung; zunehmend wurden aber auch professionelle Erzieher mit dieser Aufgabe betraut. Heute werden in allen Kinderläden professionelle Erzieher für die pädagogische Arbeit eingestellt, weil dies die Vorraussetzung für eine staatliche Förderung ist. Die Elternarbeit hat sich auf Grund dessen in den meisten Kinderläden auf unterstützende Dienste reduziert. Wir verstehen uns heute als ErzieherInneninitiative mit Elternbeteiligung.

Für uns heute ist der Kinderladen Schippe und Eimer ein Ort des gemeinsamen Lebens, in dem sich die Kinder erleben und wohl fühlen sowie für Lebenssituationen lernen können und einen Freiraum für ihre individuelle Entwicklung vorfinden. Eltern schicken ihre Kinder unter anderem in den Kinderladen Schippe und Eimer statt in eine staatliche oder größere Einrichtungen a, weil z.B.

  • die Kinder in überschaubarem Rahmen individueller betreut und gefördert werden
  • die Kinder hier Kinder treffen, die sie bereits aus dem Kiez kennen
  • die Eltern sich mit dem pädagogischen Ansatz identifizieren
  • die Eltern die familiäre und liebevolle Situation sehr schätzen
  • der dialogischer Ansatz – Eltern – Kind – Erzieherinnen – Öffentlichkeit praktiziert wird

Die Kinderladenarbeit begreifen wir nicht als ein isoliertes Feld kindlicher Erfahrung, sondern sehen sie in Verbindung zum Umfeld, zum „Kiez“, wobei diesem Aspekt die örtliche Nähe des Kinderladens zum Wohnort der Kinder zugute kommt. Das Einbeziehen der Eltern ist wichtiger Bestandteil des situationsorientierten Ansatzes im Kinderladen. Dies bedeutet, dass wir großen Wert auf das Zusammenwirken der familiären und institutionellen Erziehungsbereiche, insbesondere zur Koordinierung der Betreuungsumwelten des Kindes, legen.

Hierfür ist es wesentlich, dass Eltern und Erzieherinnen sich in ihrer Kompetenz als gleichberechtigte Partner anerkennen. Die Anerkennung der Kompetenzen des jeweils Anderen ist eine wichtige Grundlage für den Aufbau von Vertrauen, das für die Verbindung zwischen den Sozialisationsinstanzen unabdingbar ist. Wir stehen also in ständiger Interaktion mit dem soziokulturellen Umfeld, nehmen natürlich auch gesellschaftliche Veränderungen wahr und versuchen, sie gegebenenfalls zum Anlass für neue Wege in der Erziehung zu nehmen.

3.2 Das Bild vom Kind

“Kinder sind, ebenso wie Dichter, Musiker und Naturwissenschaftler eifrige Forscher und Gestalter. Sie besitzen die Kunst des Forschens und sind sehr empfänglich für den Genuss, den das Erstaunen bereitet. Unsere Aufgabe besteht darin, den Kindern bei ihren Auseinandersetzungen mit der Welt zu helfen, wobei all ihre Fähigkeiten, Kräfte und Ausdrucksweisen eingesetzt werden.” (L. Malaguzzi, Begründer der Reggio-Pädagogik) Kinder sind bereits von Geburt an aktive und kreative Gestalter ihrer eigenen Entwicklung und ihrer Beziehungen zur Umwelt. Die Lust am Lernen, am Wahrnehmen und Verstehen ist eine der ersten wichtigen Erfahrungen, die Kinder allein, mit anderen Kindern oder Erwachsenen machen. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Potenziale und Wege der Kinder beim Erforschen und Entdecken der Welt. Wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, darauf zu schauen, was Kinder noch nicht können, um diese “Defizite” mit Lernprogrammen auszugleichen. Vielmehr wollen wir sie in ihrer spezifischen Lebenserfahrung verstehen lernen, um ihren Fähigkeiten auf die Spur zu kommen. Das Kind entwickelt sich im engen Zusammenhang zur Umwelt, und so bezieht sich die Pädagogik auf das Beziehungsgeflecht zwischen Kind, Erwachsenen und Umwelt.

3.3 Die Rechte des Kindes

Im Kinderladen Schippe und Eimer haben Kinder das Recht…

  • so akzeptiert zu werden, wie sie sind
  • all ihre Potenziale zu verwirklichen und zu erweitern
  • Liebe und Vertrauen entgegen gebracht zu bekommen
  • auf einen individuellen Entwicklungsprozess mit selbst bestimmtem Tempo
  • aktiv soziale Kontakte zu gestalten und dabei unterstützt zu werden
  • auf Spielen und selbst gewählte Spielgefährten
  • in Ruhe gelassen zu werden und sich zurück ziehen zu können
  • zu forschen und zu experimentieren, vielfältige Erfahrungen zu machen
  • auf eine vielfältige, anregende und von ihnen selbst gestaltbare Umgebung
  •  auf gesunde Ernährung
  •  auf eine gemeinsame, entspannte und kommunikative Essenssituation
3.4 Die Rolle der ErzieherInnen

Da wir von der Aktivität und Kompetenz der Kinder überzeugt sind, versuchen wir, die Eigeninitiative der Kinder zu unterstützen. Eine wesentliche Aufgabe der ErzieherInnen besteht darin, durch genaues Beobachten sowie durch Austausch und Reflexion das erzieherische Angebot immer wieder neu zu bestimmen und an den jeweiligen Fähigkeiten und der Persönlichkeit der Kinder zu orientieren. Die ErzieherInnen im Kinderladen Schippe und Eimer fungieren als Helferinnen zur Entwicklung selbständiger Persönlichkeiten. Sie geben im alltäglichen Ablauf Impulse, strukturieren und halten den roten Faden. Sie wissen nicht alles vorher und sind im Prozess auch Lernende. Sie versuchen, Bedingungen zu schaffen, die das eigene Tun der Kinder ermöglichen. Gestaltung und Vorbereitung der Räume. Neben der Motivation und Hilfestellung stehen sie den Kindern auch als Spiel- und “Arbeits”-Partner zur Verfügung. in vielen Fällen halten sich die ErzieherInnen zunächst zurück, um den Kindern erst einmal die Chance zu geben, selbst Ideen zu entwickeln, um der Neugierde und den Interessen der Kinder erst einmal eine Chance zu geben. Insbesondere kleinere oder neue Kinder benötigen jedoch öfter Hilfe. Manche trauen sich nicht, kennen die Spielregeln nicht, haben noch keine stabilen Freundschaften oder brauchen eine erwachsene Bezugsperson, die das Spiel strukturiert. Die ErzieherInnen geben Anstöße und zeigen Alternativen auf, z.B. wenn ein Kind nicht weiß, was es tun soll. Grundsätzlich präsentieren sie aber keine fertigen Lösungen.

Bei Konflikten brauchen kleinere Kinder eher eine Hilfestellung, da sie sich noch nicht so gut durchsetzen können oder ihnen die ”Streiterfahrung”  fehlt. Auch wird aufgrund der noch fehlenden sprachlichen Ausdrucksfähigkeit ein Streit eher körperlich ausgetragen. Die ErzieherInnen fungieren daher wie die Eltern als Vorbild für die Kinder.

oben

4. Die Pädagogik

Unsere Arbeit richtet sich nach dem Kindertagesstättenförderungsgesetz (KitaFöG), dem Berliner Bildungsprogramm mit seinen sieben Bereichen und beinhaltet Elemente der Reggio-Pädagogik und der des situativen Ansatzes.

Die Reggio-Pädagogik entstand nach dem zweiten Weltkrieg in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia. Kurz nach Kriegsende traf sich eine Elterngruppe, die nicht nur die Stadt neu aufbauen wollte, sondern ihre Vision von der demokratischen Erneuerung der Gesellschaft durch eine gemeinsame Erziehung ihrer Kinder in die Tat umzusetzen begann. Der junge Grundschullehrer Loris Malaguzzi protokollierte, fasziniert vom Engagement der Bevölkerung, den Prozess des Aufbaus sowie die Anfänge der Kinderbetreuung. So begann die Zusammenarbeit mit Malaguzzi, der als Begründer der Reggio-Pädagogik gilt.

Wissenschaftler, die der Pädagoge um sich sammelte, unterstützten die Eltern, deren neue Vorstellungen von Erziehung im Widerspruch zum traditionellen Bild der Familie, der Kindererziehung und der Frauenrolle standen. Politische und weltanschauliche Auseinandersetzungen mit Staat und Kirche führten sie gemeinsam mit der damals aktiven Frauenbewegung, bis 1963 die Stadt die bis dahin von den Eltern verwalteten Kindergärten in kommunale Trägerschaft übernahm.

Bei der Frage, was wir von der Reggio-Pädagogik lernen können, geht es nicht um den Import einer Konzeption, sondern darum, sich darüber klar zu werden, unter welchen Bedingungen Kinder hier aufwachsen und wie sie im Rahmen von der Kinderlädenarbeit hinsichtlich ihrer Rechte, Bedürfnisse und Fähigkeiten eine angemessene Unterstützung erfahren können.

Wichtige Kernfragen aus der Reggio-Pädagogik, die wir für uns übernehmen, sind dabei folgende:

  • Welche Potentiale bringen Kinder von Geburt an mit?
  • Wie nehmen sie die Welt wahr?
  • Wie interpretieren sie ihre Wahrnehmungen und Erlebnisse?
  • Wie lernen sie?
  • Wie gestalten sie ihre Beziehungen zur Welt und zu anderen Menschen?
  • Wie verleihen sie ihren Eindrücken Ausdruck?

Wenn man davon ausgeht, dass Kinder von Geburt an aktive, kompetente und mit vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten begabte Wesen sind, können sie sich nur dann richtig entfalten, wenn sie nicht in die Zwangsjacke von Lern- und Förderprogrammen gesteckt werden, sondern durch eigenständige und intensive Erkundungen ihrer Umwelt Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. ”Kindliche Erkenntnis ist nicht das Produkt pädagogischen Bemühens, sondern entsteht im selbsttätigen ’Flirt’ des Kindes mit der Welt.” (Zitat aus TPS 02/96, A. Dreier, Ästhetische Bildung in Reggio Emilia)

Bei unserer Arbeit nach dem situativen Ansatz durchwandern wir Zyklen, die aus den folgenden Phasen bestehen:

Beobachtung

Die Grundlage unseres pädagogischen Handelns ist die Beobachtung des Kindes. Sie soll das Profil der Entwicklung des Kindes festhalten, und wir haben die Möglichkeit zu erkennen, wo und wie das Kind individuell gefördert werden kann.

Durch sein Verhalten und seine Äußerungen können wir seine Interessen, Wünsche, Bedürfnisse, Erfahrungen und Probleme erkennen und dem entsprechend bewusst handeln.

Themenfindung

Haben wir die Interessen der Kinder erkannt, überlegen wir, was wir davon aufgreifen können und unter welches Thema wir es stellen. Wichtig ist es dabei genau abschätzen zu können, in wie weit das Thema bei den Kindern interessant bleibt und welches Kind – welche Kindergruppe- das Thema (Feuerwehr, Bäckerei, die Jahreszeiten mit ihren Festen, usw.) anspricht. Die Wünsche der Kinder sind unterschiedlich. Somit ergibt es sich, dass in den Gruppen verschiedene Themen behandelt werden. Themen finden wir aber auch aus dem Umfeld der Kinder. Dazu gehören, das Kennenlernen verschiedener Institutionen im Kiez.

Aktion und Angebot

Ist ein Thema gefunden, setzen wir es in bestimmte Angebote und Aktionen um. Dabei stellen wir unsere Ziele in den Vordergrund, um sie umsetzen zu können. Wir überlegen uns was wir machen wollen, welche Materialien wir benötigen und welche Räumlichkeiten wir dafür nutzen. Hier ist es uns wichtig die Kinder mit einzubeziehen.

Wir müssen bei diesem Schritt immer beobachten, ob das Thema die Kinder erreicht bzw. noch aktuell ist.

Reflexion

Durch die Reflexion müssen wir hinterfragen: Was war positiv, was war negativ? Wie ist es den Kindern ergangen? Hieraus ziehen wir Konsequenzen für die weitere Planung. Wir verstehen uns als Partner der Kinder. Wir möchten die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten ohne Leistungsdruck ausüben zu müssen. Jedes Kind ist der Motor seiner eigenen Entwicklung. Wir holen die Kinder dort ab, wo sie stehen. Die Kinder sollen sich nicht unter Druck fühlen, jeden Tag etwas leisten zu müssen, z.B. jeden Tag etwas Gebasteltes zu haben.

Der Weg zum Erfolg, die Wünsche und die Fähigkeiten der Kinder, sind uns wichtiger als die Erwartungen der Erwachsenen. Die Kinder haben das Bedürfnis auf freie Zeiteinteilung, auf Bewegung und Ruhe, auf Erfahrungsräume, auf Mitspracherecht und Mitgestaltung und auf Geheimnisse…

Wir nehmen die Kinder ernst und überprüfen ob unsere Regeln sinnvoll sind. Wir akzeptieren ihr Recht auf Nähe und Distanz, ihre Neugier und Lebendigkeit. Wir geben ihnen Wertschätzung und Zuneigung unabhängig von Leistungen. Wir achten das Recht des Kindes auf eigene Gefühle und auf die Art sie auszudrücken.

Unser Kinderladen soll für die Kinder Lebens- und Erfahrungsraum sein. Die ganzheitliche Erziehung ist dabei für uns von großer Wichtigkeit. Eine gemeinsame Alltagssituation gelingt nur dann, wenn ihre individuellen Bedürfnisse entsprechend betreut und gefördert werden.

Unsere Leitgedanken der pädagogischen Arbeit werden eingeflochten in die sieben Bereiche des Berliner Bildungsprogramms:

  • Körper, Bewegung und Gesundheit,
  • soziale und kulturelle Umwelt,
  • Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien,
  • bildnerisches Gestalten,
  • Musik,
  • mathematische Grunderfahrungen,
  • naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen.

Zu erwähnen ist, dass alle Bereiche ineinander greifen und im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts kein Bereich für sich extra behandelt wird.

4.1 Ziele und Intention

Ziel unserer Arbeit ist es, jedes Kind in seiner Individualität zu stärken, und gleichzeitig im Zusammenleben ein Gruppengefühl und Solidarität zu entwickeln. Unserem Bildungsauftrag gemäß unterstützen wir die Kinder ganzheitlich in ihrer Handlungs-, Bildungs-, Leistungs- und Lernfähigkeit. Unser Miteinander ist von humanistischen Gedanken geprägt. Die Kinder sollen lernen, sich Dinge zuzutrauen. Die Stärkung der Persönlichkeit und der Eigenaktivität der Kinder wird durch nachfolgend aufgeführte Schwerpunkte gefördert, die altersgemäß angeboten werden:

sich selbst erkennen/ Ich-Kompetenz

  • eigene Erfahrungen machen zu können
  • die eigenen Fähigkeiten kennen und einschätzen lernen
  • eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und zu behaupten
  • Erfolgserlebnisse zu erfahren, Kreativität fördern
  • eigene Ideen zu entwickeln und zu versuchen, sie umzusetzen
  • die Lust am Experimentieren mit verschiedenen Materialien
  • aktive Wahrnehmung mit allen Sinnen/ lernmethodische Kompetenz
  •  die Mitwelt zu entdecken, bewusst zu erleben und zu gestalten
  •  vielfältige Umwelt- und Naturerfahrungen zu sammeln
  •  die Fähigkeit zur intensiven Beschäftigung mit Dingen und die Konzentration darauf

Körperkompetenz schaffen

  • den eigenen Körper zu erfahren und einzuschätzen
  • die Körperteile bewusst einzusetzen
  • die Bewegungsgrundformen zu kennen und einzusetzen

Sprachliche Kompetenz entwickeln

  • die kontinuierliche Erweiterung des Wortschatzes
  • die Motivation der Sprech- und Kommunikationslust

Sachkompetenz

  • Fähigkeiten aufbauen zum Verstehen der kulturellen und natürlichen Umwelt
  • Wissen anwenden, Einzelwissen aufeinander beziehen, sachgerecht entscheiden

Können

Für ein positives Zusammenleben in der Familie, der Gruppe und der Gesellschaft reicht die Konzentration auf das „Ich“ nicht aus. Vielmehr gehört hierzu auch das Zugehen auf andere Menschen, die Wahrnehmung ihrer Bedürfnisse und Interessen sowie das Eingehen auf diese.

Verständnis und Rücksichtnahme entwickeln/ soziale Kompetenz

  • eine Beziehung zu anderen aufnehmen
  • andere in ihrer Unterschiedlichkeit und Eigenständigkeit zu akzeptieren
  • das Wechselverhältnis von Anführen und Unterordnen zu erleben und zu verkraften

Konfliktlösungen suchen/ soziale Kompetenz

  • Konflikte zu verbalisieren
  • eigene Lösungsmöglichkeiten zu finden
  • die Bereitschaft, Konflikte einzugehen, um eigene Bedürfnisse zu verdeutlichen

Abbau von rollenspezifischem Verhalten

  • eine Vorbildfunktion der ErzieherInnen
  • zu erkennen, dass bestimmte Fähigkeiten nicht geschlechtsspezifisch sind
  • die Aneignung von Kompetenzen im hauswirtschaftlichen und handwerklichen Bereich
  • bewusster Umgang mit der Sprache

4.1.1 Bedeutung des Spiels

Die Haupttätigkeit der Kinder ist das Spielen. Ein Kind braucht täglich etwa sieben bis acht Stunden Zeit zum Spielen. Spielen ist gleichbedeutend mit Lernen. Spiel bedeutet zweckfreies Tun, Spaß und Erfahrungen sammeln. Der Kinderladen ist oftmals der einzige Ort unbefangenen Kinderspiels. Die Lernerfahrungen, die das Kind in den ersten Lebensjahren sammelt, hängen wesentlich von den Spielen ab, die die Erwachsenen zulassen und fördern. Wir sind der Meinung, dass es grundsätzlich kein sinnloses Spiel gibt. Deshalb nimmt das Spiel einen großen Raum in der Arbeit bei Schippe und Eimer ein. Kinder haben viele Gründe, warum sie spielen:

  • Spielen macht Spaß.
  • über das Spiel erfüllt das Kind sich stellvertretend Wünsche. Es herrscht über seine Spielwelt, erfährt Macht und Ohnmacht.
  • Das Kind ahmt vertraute Personen, Tiere und bestimmte Erlebnisse nach und begreift so seine Umwelt –> Illusions- und Rollenspiel.
  • Das Kind spielt auch aus Neugier und Leistungsmotivation.
  • Es spürt das Aktivierungsprinzip Spannung – Entspannung.
  • Manche Spielmaterialien haben einen hohen Aufforderungscharakter, z.B. der Ball.
  • Spielen bedeutet kreativ sein: Kinder können sich ausleben, ihre Gedanken und Gefühle sichtbar machen.
  • Im Spiel werden Kindern Freiräume zugestanden.

Aus pädagogischer Sicht wirkt sich das Spielen in vielfältiger Weise positiv auf die Entwicklung der Kinder aus:

  • Spielen ist ein Stück Lebensfreude.
  • Spielen regt zum aktiven Handeln an.
  • Die Kinder setzen sich sprechend aktiv mit ihrer Umwelt auseinander.
  • Im Spiel erfährt das Kind Zuwendung.
  • Im Spiel findet soziales Lernen statt, indem sich eine Gemeinschaft zusammenfindet. Das Kind lernt, sich zu behaupten, zu teilen, es muss diskutieren, um sich durchzusetzen, Kompromisse schließen, abgeben und kommunizieren.
  • Das Spiel dient in erster Linie der Selbstentfaltung, es können Begabungen entdeckt und gefördert werden.
  • Der Bewegungsdrang wird gefördert.
  • Im Spiel können durch Umdeutung der Wirklichkeit, Wünsche und Bedürfnisse befriedigt werden, z.B. durch hineinschlüpfen in andere Rollen.
  • Das Spiel hat Erholungsfunktion. Kinder lernen aus Spaß am Spiel.
  • Es stärkt die Selbstkraft und beinhaltet eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt.
  • Die Kinder können erprobte Denkweisen erneuern.
  • Die Wahrnehmung erhöht sich, die Kinder werden sensibler für neue Eindrücke.
  • Die Kinder erfassen neue Zusammenhänge und integrieren sie.

4.1.2 Altersmischung

Bewusst haben wir für den Kinderladen Schippe und Eimer eine Altersmischung von Ein- bis Sechsjährigen gewählt. Wir halten die Altersmischung für lebensnäher als altershomogene Gruppen und erachten die Altersmischung daher für sehr sinnvoll. Beispielsweise bekommen die kleineren Kinder Regeln, die im Kinderladen bestehen, von den älteren Kindern vorgelebt. Da Regeln abgesprochen und erklärt werden, weisen sich die Kinder gegenseitig darauf hin. Bei Streitereien wenden sich die Jüngeren oft an die Großen, ihnen bei der Konfliktlösung zu helfen. Auch beim Anziehen holen sie sich von ihnen Hilfe. Auf diese Weise entwickeln die Kinder eine größere Unabhängigkeit von den Erwachsenen. Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass das einzelne Kind in seinem aktuellen Entwicklungsstand eher akzeptiert wird. Bei Gleichaltrigen sind der Wettbewerb und die Rivalität (besonders im Vorschulalter) oft ausgeprägt. Es wird verglichen, wer besser, schneller, stärker ist. In altersgemischten Gruppen machen Kinder die Erfahrung, dass jemand Dinge besser kann, dass es aber auch Kinder gibt, die Dinge weniger gut oder noch nicht können.

Innerhalb der Gruppe werden jedoch zu bestimmten Anlässen oder bei Projekten auch kleine, altershomogene Gruppen gebildet bzw. es wird binnendifferenziert gearbeitet. Bei allen Angeboten und Aktivitäten geht es uns um ein Förderverständnis, das Lernen nicht auf die von Pädagogen geplanten Angebote beschränkt. Vielmehr wollen wir dem verbreiteten Modell standardisierter Leistungsmessungen in altershomogenen Gruppen ein anderes Förderverständnis entgegen setzen. Denn wir verstehen viele Gegebenheiten, die gerade in altersgemischten Gruppen verstärkt vorkommen, als Anlässe für soziales Lernen:

z.B. sich messen, mit Entwicklungsunterschieden unter Kindern umgehen, Ersatz für fehlende Geschwister oder einen Ausgleich für Geschwisterrivalitäten zu Hause finden. Dementsprechend werden alltägliche Konfliktsituationen zwischen großen und kleinen, erfahrenen und lernenden Kindern grundsätzlich zunächst einmal zugelassen. Solche Auseinandersetzungen können wichtige Lernfelder sein, die den Beteiligten vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten bieten, da Kinder die Chance haben, ein Gespür für altersbedingte und individuelle Unterschiede zu bekommen und zunehmend einfühlsam mit unterschiedlichen Fähigkeiten umzugehen und in diesem Prozess einen Sinn für Gerechtigkeit und Solidarität zu entwickeln. Gemäß unserem pädagogischen Ansatz wird jedes Kind mit seiner Persönlichkeit respektiert und in seiner ganzheitlichen Entwicklung gesehen und unterstützt. Dabei kommt es uns darauf an, jedem einzelnen Kind die Sicherheit zu geben, wichtig zu sein. So wird beispielsweise beim Frühstück darüber gesprochen, welches Kind an einem Tag fehlt und warum es nicht da ist. Dies gibt den Kindern das Gefühl, auch bei Abwesenheit nicht vergessen zu werden. Nach dem Wochenende haben sie die Möglichkeit, ihre Erlebnisse mitzuteilen. Beim täglichen Morgenkreis (der Eimergruppe) wird darauf geachtet, dass möglichst alle Kinder dran kommen; wobei ein “Nein” akzeptiert wird. Jedes Kind hat ein kleines Schubfach, in der es persönliche Schätze aufbewahren kann. Diese Kiste ist privat. Jedes Kind muss den Eigentümer fragen, wenn es dessen Schätze sehen möchte.

Die Kinder können Spielsachen von zu Hause mitbringen oder sich etwas aus dem Kinderladen ausleihen und mit nach Hause nehmen.

4.1.3 Geschlechtsbewußte Erziehung

Ein anderer wichtiger Aspekt ist die geschlechtsbewußte Erziehung. Hierbei achten wir auf den Abbau von rollenspezifischem Verhalten und bemühen uns, unser Verhalten gegenüber Mädchen und Jungen ständig zu reflektieren, da in der Erziehung viel unbewusst abläuft und eigene (alte) Verhaltens- und Denkmuster mit in die Arbeit einfließen.

  • Abbau von Rollen spezifischem Verhalten beinhaltet,
  • dass wir uns unserer Vorbildfunktion als ErzieherIn bewusst sind
  • dass wir einen bewussten Umgang mit der Sprache pflegen
  • dass wir erkennen, dass bestimmte Fähigkeiten nicht geschlechtsspezifisch sind
  • die Aneignung von Kompetenzen im hauswirtschaftlichen und handwerklichen Bereich für alle

Konkret für die Arbeit mit den Kindern bedeutet das:

  • sowohl Mädchen als auch Jungen zu Tobespielen und zu Rollenspielen zu ermutigen
  • beim Kochen, Backen und bei handwerklichen Tätigkeiten alle Kinder anzusprechen
  • darauf zu achten, Mädchen gegenüber kein moralisch-appellierendes Verhalten zu zeigen, wenn es um die Sicherung des Tagesablaufs geht
  • von Mädchen nicht mehr Ausdauer bei gezielten Aktivitäten zu erwarten als von Jungen
  • Trost und Körperkontakt an alle zu spenden, und nicht zu erwarten, dass Jungen mit Trauer und Schmerz besser zurecht kommen
  • positive Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme und Kooperation bei allen Kindern zu loben, und sie nicht bei Mädchen als selbstverständlich hinzunehmen oder bei Jungen besonders hervor zu heben
  • bei Misserfolgen sowohl Jungen als auch Mädchen zum Weitermachen anspornen und nicht Mädchen darüber hinweg trösten
  • sich bewusst zu sein, dass aggressives Verhalten keine jungenspezifische Auffälligkeit ist
  • bei Konflikten zwischen Mädchen nicht früher einzugreifen als bei Jungen

4.1.4 Kulturelle Vielfalt

Interkulturelle Erziehung ist ein wesentlicher Bestandteil in der täglichen Arbeit im Kinderladen. Dazu geh��rt unter anderem auch die Mehrsprachigkeit.

Interkulturelle Erziehung ist unentbehrlich in der Zusammenarbeit mit Menschen verschiedener Nationen, und was besonders wichtig ist, sie ist die beste Prävention gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Sie ist eine Schatzkiste an Ideen, öffnet Horizonte und macht sehr viel Spaß. Grundsätzlich werden im Kinderladen Schippe und Eimer alle Kinder aufgenommen. Bei der Aufnahme neuer Kinder wird nicht auf Nationalität oder Religion geachtet, sondern darauf, ob eine auseglichene Gruppenstruktur gewährleistet werden kann und ihre Eltern sich mit den Zielen und Regeln des Kinderladens identifizieren können.

Die Aufnahme von Kindern aus Familien aus verschiedenen Familienkulturen empfinden wir als Bereicherung für den Kinderladen. So lernen die Kinder andere Kulturen und gesellschaftliche Strukturen kennen, und lernen auch, sich selbst und ihre Verhältnisse einmal aus anderen Perspektiven wahrzunehmen. Vorurteile basieren oft auf Unwissenheit, bei den Kindern wie bei den Erwachsenen. Interkulturelle Erziehung hilft sie zu beseitigen.

4.1.5 Gesundheit und Ernährung

Die Ernährung spielt in unserem Kinderladen eine wesentliche Rolle.

Das Frühstück bereitet unsere Hauswirtschaftlerin in Zusammenarbeit mit dem pädagogiscehn Personal täglich frisch zu. Neben frischem Brot oder Brözchen gibt es Obst, Gemüse, Müsli, Käse und diverse vegetarische Brotaufstriche. Wenn die Kinder möchten, können sie sich an der Zubereitung beteiligen.

Die Eltern kochen abwechselnd alle fünf Wochen im Kinderladen für die Kinder die Mittagsmahlzeiten und den Nachmittagssnack. Sollten die Eltern einmal nicht kochen können, zahlen sie einen Beitrag von 70 Euro und die Küchenfee übernehmen den Einkauf und den Kochdienst. Beim Mittag sollte auf möglichst frische Zutaten geachtet werden. Sollten Gerichte mit Fleisch oder sonstigen tierischen Produkten gekocht werden, ist darauf zu achten, dass ausschließlich Bioprodukte und kein Schwein zubereitet werden.

Nachmittags wird nochmals ein kleiner Imbiss z.B. Joghurt, Früchtequark, Apfelmus, Kuchen oder Obst angeboten.

Nach den Mahlzeiten putzen die Kinder regelmäßig ihre Zähne. Jedes Kind hat seine eigene Zahnbürste und seinen Zahnputzbecher im Kinderladen. Diese werden vom Kinderladen gestellt und bei Bedarf erneuert. Einmal jährlich besuchen uns eine Zahnärztin oder eine Helferin, die abwechselnd die Kinder zahnärztlich untersucht oder ihnen die Zahnputztechnik erklärt.

4.2 Bausteine der Pädagogik
4.2.1 Tagesablauf

Der geregelte Tagesablauf im Kinderladen Schippe und Eimer bietet Kindern, Eltern und Erzieherinnen eine Orientierung:

  • Begrüßung (Tisch decken, Post holen, Vorlesen oder freies Spiel)
  • Frühstück (kein offenes Frühstück)
  • Zähneputzen
  • Morgenkreis
  • Ausflüge, Spielplatz-, Bauernhof oder Parkbesuch (Im Rahmen von Projektangeboten oder Sonderaktivitäten wie etwa bei Ausflügen kann der Vormittag variabel gestaltet werden, z.B. Ausflüge, Geburtstage, Sport, Schwimmen, Gartenarbeit, Musik, Bastelprojekte, Einkaufen, etc.)
  • Mittagessen
  • Zähneputzen
  • Mittagsschlaf und Ruhephase
  • Angebot für gemeinsame Spiele und Projektarbeit
  • Vorschule
  • Nachmittagsimbiss
  • Freies Spiel, Projekte, Tanz
  • Verabschiedung
4.2.2 Eingewöhnung

Mit dem Eintritt in den Kinderladen wagen die Kinder oft ihre ersten selbständigen Schritte in eine für sie noch unbekannte Welt. Die Kinder müssen vielleicht zum ersten Mal eine längere Trennung von den Eltern verkraften, sich an einen andere Geräuschpegel gewöhnen, die anderen Kinder und die ErzieherInnen kennen lernen, neue Regeln erfahren und Grenzen akzeptieren lernen. Die wichtigste Voraussetzung, dass sich die Kinder rasch einleben können, ist der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen ErzieherInnen und Eltern. Ängste lassen sich schneller abbauen, wenn Eltern das Gefühl haben, den ErzieherInnen vertrauen zu können und sich in unserem Kinderladen wohl fühlen. Dazu ist ein ausführliches Aufnahmegespräch wichtig. Das Aufnahmegespräch dient nicht nur dazu, dass die Eltern und das Kind die Einrichtung kennen lernen, sondern auch den ErzieherInnen dazu, wichtige Informationen über das Kind zu erhalten: z.B., ob es vorher schon Kontakte zu anderen Kindern hatte, was es gerne spielt, isst etc. Diese Vorabinformationen sind wichtig, um sich auf jedes Kind und seine Vorlieben/ Gewohnheiten einstellen zu können. Nach dem Aufnahmegespräch werden mehrere Besuchstermine vereinbart, bei denen die Kinder im Beisein ihrer Eltern den Kinderladen kennen lernen können. Die Eltern bleiben in der ersten Zeit mit ihrem Kind in der Einrichtung, bis es sich von selbst löst und eine Beziehung zu seiner Umgebung aufgebaut hat. Nach einer Weile kann das Elternteil stundenweise weggehen. Das Kind sucht sich „seinen“ Erzieher selbst aus.

Wichtig ist, dass in dieser Zeit, ein Elternteil immer telefonisch erreichbar ist, um das Kind gegebenenfalls abzuholen. Zum Beispiel ein Lieblingsspielzeug oder Kuscheltier erleichtern den Start erheblich.

In der Eingewöhnungsphase wird verstärkt darauf geachtet, die neuen Kinder durch den Alltag zu begleiten, um sie in schwierigen Situationen zu unterstützen. Informationen über die Gewohnheiten und Lieblingsdinge des Kindes sorgen für einen sanfteren Übergang. Wenn ein Kind weint, wird es durch Zuwendung und/oder Körperkontakt getröstet, es wir getragen (Tragetuch) und es wird versucht, herauszufinden, was der Grund für seine Stimmung ist.

4.2.3 Raumkonzeption

Die Räume sollten als offener Lernort konzipiert, in denen autonomes Lernen mit allen Sinnen möglich ist. Unterschiedliche Materialien zum Malen und Gestalten sind jederzeit für die Kinder zugänglich sein. Es ist ebenfalls Platz und Material zum Verändern der Räume vorhanden (z.B. kleine Matratzen, Tücher, Seile usw. zum Bauen einer Höhle, eines Reisebusses, eines Schiffes etc.).

Die Raumgestaltung muss den Kindern die Möglichkeit bieten, sich wohl fühlen zu können, sich allein oder mit Freunden zurückziehen zu können, ihrer Neugier nachzugehen und Freude am Ausprobieren zu finden.

Die Räume des Kinderladens Schippe und Eimer sind in ihrer Ausstattung auf die Größe und Kraft der Kinder zugeschnitten. Die Räume sind in verschiedene Spielzonen eingeteilt. So regen Bau- und Konstruktionsecken zum Bauen an. Eine Puppenecke und Kleider bieten die Gelegenheit für Rollenspiele. Die Aufteilung ist so angelegt, dass die Spielzonen beliebig umfunktioniert werden können. So können Tische und Stühle im Esszimmer ohne weiteres für Eisenbahnen oder Höhlen verwendet werden. Möbel und Spielzeug kann aus einem ins andere Zimmer umgeräumt werden. Dennoch bestehen beim Umfunktionieren einige Einschränkungen: So werden etwa Bastelarbeiten grundsätzlich nicht im Schlaf- und Tobezimmer durchgeführt.

Offene Regale bieten die Möglichkeit, alle Materialien frei zu wählen. Matratzen, Tücher, Seile und Kissen regen die Kinder zu kreativen Spielen und zum Bauen z.B. von Höhlen und Schiffen an. Darüber hinaus können die Kinder Gegenstände, die sie auch aus dem Alltag kennen, auf ihre Weise im Spiel verwenden und variieren ( Besen, Schuhe, Taschen, Geschirr etc.).

Mehrere große Spiegel laden zum sich Wahrnehmen und Vergleichen ein.

Die Raumaufteilung ermöglicht das Spielen in Kleingruppen, so dass die Kinder problemlos ihren verschiedenen Tätigkeitsschwerpunkten nachgehen können.

Folgendes Spielmaterial steht bei Schippe und Eimer zur Verfügung:

  • Bau- und Konstruktionsmaterial Bausteine, Lego, Eisenbahn, Autos, Holztiere, Matratzen, Tücher
  • Material für Rollenspiel Kinderküche, Kuscheltiere, Kleider, Stoffreste, Hüte, Taschen, Puppen
  • Material für Bewegungsspiele, Roller, Dreiräder, Kletterwand, Turnmatte
  • Musikinstrumente
  • Material zum Gestalten/Basteln, Stifte, Scheren, Kleber, Papier,
  • Material aus Umwelt und Natur Muscheln, Tannenzapfen, Wolle, Schnüre
  • Material für Experimente finden die Kinder überall im Kinderladen, z.B. Möbel, Wasser und andere Alltagsgegenstände
  • Gesellschaftsspiele, Puzzle
4.2.4 Projektarbeit

Die Projektarbeit ist ganzheitliches entdeckendes Lernen. Es geht um die Sensibilisierung der Wahrnehmung mit allen Sinnen. Von der Suche nach Tönen und Geräuschen über das Tasten bis zum detektivischen Erkunden eines bekannten Gebietes. Beim Experimentieren mit und Ausprobieren von bestimmten Materialien werden das Wahrnehmungsvermögen und geistige Verstehen geschärft sowie körperliche Geschicklichkeit, Konzentration und Ausdauer unterstützt. Nicht fragwürdige Bastelaktionen zur Freude der Erwachsenen sind angestrebt, sondern die spielerisch-künstlerische Auseinandersetzung mit Themen, Erlebnissen und Gegenständen aus dem unmittelbaren Lebensbereich.

In der Reggio-Pädagogik wird ausdrücklich das Recht auf Lernen und Erkenntnis betont. Dahinter steht die Tatsache, dass Lernen und persönliche Entwicklung einen Prozess darstellen, der ein Leben lang andauert. Lernen wird dabei als ein Verarbeitungs- und Konstruktionsprozeß verstanden. Aus der Verarbeitung von Sinneseindrücken und Erfahrungen konstruiert der Mensch sein subjektives Bild von der Welt. Denken bedeutet, dass neue Erkenntnisse in vorhandene Strukturen eingearbeitet werden. Immerzu sind Kinder damit beschäftigt, Bedeutung und Sinn der sie umgebenden Welt zu erfassen und zu interpretieren. Oft legen sie zwischen Zeiten aktiven Handelns ruhige Phasen nachdenklicher Konzentration ein, um Erfahrungen zu deuten.

Es finden regelmäßig Projekte statt, aber ebenso wichtig sind auch projektfreie Zeiten. Bei der Durchführung von Projekten liegt die Betonung darauf, dass alle Bereiche der kindlichen Persönlichkeit angesprochen werden: Der soziale, der emotionale, der kognitive, der kreative und der motorische. Nicht alle Kinder müssen zur gleichen Zeit mit den gleichen Mitteln das Gleiche tun, jedoch thematisch gebunden über einen bestimmten Zeitraum konzentriert daran arbeiten.

Die Projektthemen werden inhaltlich, methodisch und in der Wahl der Sozialform so aufbereitet, dass sie den Interessen, den grob- und feinmotorischen Fertigkeiten und dem sprachlichen Entwicklungsstand der Kinder entsprechen und auch ihre individuelle Konzentrationsfähigkeit berücksichtigen. Unter- sowie Überforderung sollte vermieden werden.

Die Themen für die Projektangebote ergeben sich aus den unterschiedlichsten Bereichen:

  • die Fragen der Kinder an die Umwelt zu untersuchen bzw. aufzugreifen
  •  Naturphänomene wie z.B. Licht, Schatten, Schnee, Dampf, Regen…
  • manchmal sind es Ideen der Kinder, die wir aufgreifen, z.B. Zirkus, Ritter, Piraten…
  • andere Projekte kreisen um Jahreszeiten, Feste und Feiertage, z.B. Frühlingsanfang,
  • aktuelle Anlässe in der Kindergruppe, z.B. Geburt eines Geschwisterchens…
  • Anregungen aus der Literatur oder aus Fortbildungen der ErzieherInnen

Wenn wir ein Thema gefunden haben, überlegen wir gemeinsam mit den Kindern, was wir alles tun können und welche Materialien wir dazu brauchen.

4.2.5 Freispiel

Beim Freispiel wählen die Kinder selbst bestimmt ihre Tätigkeiten und Aktivitäten aus und können ihren spontanen Spielbedürfnissen nachgehen. Sie suchen selbst ihr Spielmaterial und ihre Spielpartner, setzen sich ihre Ziele und Aufgaben und bestimmen von sich aus den Verlauf und die Dauer eines Spiels.

Die Bedeutung des Freispiels:

  • Zu Beginn des morgendlichen Freispiels vollzieht das Kind die Umstellung von zu Hause auf den Kinderladen, anderes Spielzeug, andere Bezugspersonen.
  • Im tätigen Umgang mit Dingen ergreift und begreift das Kind seine Umwelt, bilden und klären sich Begriffe.
  • Im freien Spiel gelangen körperliche, geistige und seelische Kräfte zur Entfaltung.
  • Vielerlei Fertigkeiten werden geübt und ausgebildet.
  • Das Kind lernt, frei zu wählen und zu entscheiden.
  • Im Zusammenspiel mit anderen Kindern kommt es zur Ausbildung sozialen Verhaltens (Kommunikation, Kooperation, Rücksichtnahme) Rollenspiele führen zur Identifikation mit anderen Personen. In ihnen gewinnt das Kind nachahmend Verständnis für die Tätigkeiten und Verhaltensweisen anderer. Es erfasst soziale Beziehungen.
  • Es verarbeitet Erlebnisse und Eindrücke aus der Vergangenheit, bewältigt gegenwärtige Ängste und Spannungszustände und schafft sich beglückende Wunschvorstellungen.
4.2.6 Gelenktes Spiel

Das gelenkte Spiel bietet im Gegensatz dazu die Möglichkeit, an gewisse Spielformen und Regeln heranzuführen. Die ErzieherInnen geben dabei gezielte Hilfestellung. Unter gelenktem Spiel verstehen wir verschiedene Angebote: Gesellschaftsspiele, pädagogisches Spielmaterial, Bauhilfen bei gezieltem Bau von Gegenständen und Projektarbeit. Einhalten von Regeln, Geboten und die Arbeit am Material und an dem Sachwiderstand ist Bedingung. Die den Gesellschaftsspielen unterliegenden Inhalte, die oftmals auch Merkfähigkeit, Wiedererkennung, Einordnungssysteme etc. beinhalten, sind eine abstrakte Form der Aneignung von Sozial- und Umweltregeln.

4.2.7 Lernen durch Alltagssituationen/ integratives Lernen

Insgesamt wird der Kinderladenalltag durch viele Lernmöglichkeiten bestimmt. Die Kinder gehen einkaufen, zur Post oder können sich beispielsweise ihr Brot selbst mit dem Messer schmieren, ihr Getränk selbst eingießen, lernen sich anzuziehen, die Schuhe zu zubinden etc… Zum Mittagessen wird der Tisch gemeinsam gedeckt. Die Kinder bestimmen selbst, wie viel sie essen möchten. Danach räumen sie ihr Geschirr selbst ab. Sie entscheiden selbst, ob sie mittags schlafen möchten oder nicht – wobei die Erzieher auf Wunsch der Eltern durchaus versuchen, den Kindern, den Mittagsschlaf schmackhaft zu machen. Gezwungen wird jedoch niemand dazu. Auch beim Anziehen werden die Kinder angeleitet, dies soweit sie können, selbst zu tun. Neben diesen immer wiederkehrenden Ritualen des Tagesablaufs bietet der Kinderladen zahlreiche weitere Voraussetzungen für das “Lernen nebenbei”: z.B. die Ausstattung mit vielfältigen Materialien, kindgerechte Spielmöglichkeiten sowie die freie Entscheidung, was sie spielen möchten. Darüber hinaus birgt die Möglichkeit in unterschiedlichen Räumen zu spielen auch unterschiedliche Erfahrungen. Durch immer wiederkehrende Erfahrungen und den alltäglichen Ablauf erlangen die Kinder Sicherheit.

4.2.8 Umwelt- und Verkehrserziehung

Wir betrachten es als unsere Aufgabe, den Kindern die heute sehr komplexe Umwelt verständlicher und durchschaubarer zu machen und ihnen ein vielseitiges Bild der Wirklichkeit zu vermitteln. Zur Umwelterziehung gehört für uns deshalb das Aufzeigen von sozialen und kulturellen Zusammenhängen genauso wie das Fördern konkreter Erlebnisse in und mit der Natur wie auch von Erfahrungen im alltäglichen, öffentlichen Leben. Eine umfassende Umwelterziehung befähigt die Kinder, ihre Umwelt wahrzunehmen und sich aktiv mit ihr auseinander zu setzen. Ein Teil der Umwelterziehung ist die Verkehrserziehung. Das Verhalten im Straßenverkehr muss frühzeitig und regelmäßig geübt werden, denn Kinder bis zum achten Lebensjahr sind allein aufgrund ihrer Körpergröße und ihrer Ablenkbarkeit im Straßenverkehr schnell überfordert.

Ein wichtiger Aspekt der Verkehrserziehung ist das Trainieren der Sinne, insbesondere auch des Hörvermögens. ;-) Die Wahrnehmung akustischer und optischer Signale prägt sich erst allmählich ein. Spiele zur Schärfung der Sinneswahrnehmung gehören nicht zuletzt deshalb zu unserem Spielrepertoire. Häufig besuchen wir die nahe gelegenen Spielplätze (u.a. auch den Verkehrsübungsplatz im Görli), wobei wir einige Straßen überqueren. An vorher ausgemachten Punkten warten die Kinder aufeinander, an der Straße bleiben wir stehen, und erst auf Zuruf einer Erzieherin, die mit ein oder zwei Kindern eine Absperrung bildet, wird die Straße passiert. Die Größeren fungieren gemeinsam mit der Erzieherin als Lotsen. Wichtige Verkehrsregeln und Straßenschilder werden auf dem Weg besprochen. Durch Natur- und Sachbegegnungen geben wir den Kindern Impulse, die sie zum Erforschen und zur Entdeckung ihrer Umwelt herausfordern. Dabei handelt es sich oft um für Erwachsene ganz alltägliche Aktivitäten: Wir gehen mit den Kindern einkaufen, bereiten manchmal gemeinsam ein Essen zu oder die Kinder schauen der Köchin über die Schulter. Um die Natur näher kennen zu lernen, besuchen wir den Kinderbauernhof im Görlitzer Park. Auf dem Weg machen wir die Kinder auf die Veränderungen der Natur durch die Jahreszeiten aufmerksam. Wir sammeln Kastanien, Blätter, betrachten die Kleintiere und gehen auf die Fragen der Kinder ein. Manchmal sind jahreszeitliche Veränderungen Thema eines Projektes. Darüber hinaus nutzen wir im Frühling, um gemeinsam die Baumscheiben vpr dem Kinderladen zu bepflanzen. Der entstehende Müll wird bei uns gewissenhaft getrennt nach Papier, Glas, Plastik, Biomüll und Restmüll. Die Notwendigkeit der Mülltrennung wird den Kindern erklärt und auch von ihnen praktiziert. All diese Einzelaspekte dienen dazu, den Kindern den großen Kreislauf des Lebens zunächst in verschiedenen kleinen Bereichen nachvollziehbar zu machen.

4.2.9 Vorschularbeit

Der Schulbeginn ist für Kinder ein einschneidendes Erlebnis. Meist lange bevor die Kinder eingeschult werden, lässt sich ein starkes Interesse am Umgang mit Zahlen und Buchstaben erkennen. Schon früh unterscheiden sie zwischen Bildern, Zahlen und Schrift.

Ausgehend von der realen Lebenssituation der Kinder betrachten wir Bildung als ganzheitlichen Prozess, der emotionale, motivationale, soziale, psychomotorische, kognitive und ästhetische Lernziele integriert. Unser Ziel umfasst die gesamte Persönlichkeitsentwicklung.

Die Vorschularbeit wollen wir nicht vorrangig an bestimmten Fähigkeiten oder Produkten wie Bastelarbeiten festmachen. Vielmehr erweisen sich die Prozesse, d.h., wie die Kinder im selbst bestimmten Spiel, ohne ständige Anweisung der ErzieherInnen Dinge gestalten, Probleme lösen und Situationen meistern, als weitaus bedeutsamer. Dennoch bedeutet Vorschulerziehung auch, die Kinder an konzentriertes und themenbezogenes Arbeiten heranzuführen. Die Kinder werden gezielt darin unterstützt, ihre unmittelbare Umwelt mit allen Aspekten von der Natur bis zur Kultur wahrzunehmen und Fragen wie diese zu stellen, ihnen zu folgen und Antworten zu finden: “Warum bluten wir?”, “Warum dampft das Essen?”, “Wohin fließt das Wasser, wenn es im Gully verschwindet?” In der Vorschularbeit gewinnt das altersdifferenzierte Arbeiten in kleineren Gruppen an Bedeutung (wobei die Gruppen nicht unbedingt nur streng nach Alter, sondern auch nach dem Entwicklungsstand der einzelnen Kinder zusammengesetzt werden). Insbesondere, wenn es darum geht, die Fragen der Kinder aufzugreifen, weiter zu verfolgen und umzusetzen, z.B. in Experimenten, Projekten oder mit Einzelprodukten. Vorschularbeit heißt z.B. auch,

  • dass die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen, etwa für ein jüngeres Kind (beim An- und Ausziehen oder Zähneputzen helfen)
  • oder für die Pflege von Pflanzen (gießen).
  • dass die Kinder in bestimmte Teile des Tagesablaufs stärker einbezogen werden, wie etwa das Einkaufen, Einkaufszettel malen/schreiben, bezahlen.
  • dass für die Kinder, die bald eingeschult werden, gezielt entsprechende Materialien und Spiele bereit gestellt werden.
4.2.10 (multilinguale) Spracherziehung / Sprachförderung

Mit jeder neuen Sprache erlernt man auch ein Stück einer (anderen) Kultur. Unsere Welt wird immer “kleiner”, neue Medien eröffnen weltweite Kommunikationsmöglichkeiten, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren, und das Bereisen anderer Länder ist heute fast eine Selbstverständlichkeit geworden.

Für unsere Kinder wird daher noch mehr als für die jetzige Elterngeneration das Beherrschen mehrerer Fremdsprachen, z.B. für eine erfolgreiche berufliche Entwicklung von zentraler Bedeutung sein. Je früher und authentischer mit dem Spracherwerb begonnen wird, desto nachhaltiger ist er.  Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Mehrsprachigkeit belegen eindrucksvoll, dass ein gesundes Kind den Erwerb einer zweiten (und weiteren) Sprache(n) problemlos meistern kann.

Übrigens, es besteht kein Grund zur Sorge wegen Überforderung – im Gegenteil: bis zum Alter von 7 Jahren speichert das kindliche Gehirn sämtliche Sprachinformationen – auch alle fremdsprachlichen – einfach und leicht in der Region ab, wo auch die Muttersprache liegt. Erst danach “schaltet” das Gehirn um, und man muss Sprachen wie alle anderen Dinge erlernen, eben richtig dafür “pauken”. Diese Chance kommt also nie wieder!

Das “Gesetz zur vorschulischen Sprachförderung”, das seit 1. April 2008 gilt, schreibt vor, dass ein Jahr vor der Einschulung festgestellt werden muss, ob alle Kinder altersgerecht sprechen können. Hierzu wurde ein Erhebungsbogen entwickelt, mit dem die Sprachentwicklung Ihres Kindes überprüft werden kann. Für Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, findet die Sprachstandsfeststellung automatisch in der Kita statt.

Sollte sich im Ergebnis der Sprachstandsfeststellung ergeben, dass Ihr Kind eine verstärkte Sprachförderung benötigt, wird es in eine entsprechende gezielte Förderung im gesamten letzten Jahr vor Schuleintritt einbezogen und so gut auf den Schulbeginn vorbereitet.

4.2.11 Inklusionsarbeit

„Ist mit Integration die Eingliederung von bisher ausgesonderten Personen gemeint, so will Inklusion die Verschiedenheit im Gemeinsamen anerkennen, d.h., der Individualität und den Bedürfnissen aller Menschen Rechnung tragen. Die Menschen werden in diesem Konzept nicht mehr in Gruppen (z.B. hochbegabt, behindert, anderssprachig…) eingeteilt. Während im Begriff Integration noch ein vorausgegangener gesellschaftlicher Ausschluss mitschwingt, bedeutet Inklusion Mitbestimmung und Mitgestaltung für alle Menschen ohne Ausnahme. Inklusion beinhaltet die Vision einer Gesellschaft, in der alle Mitglieder in allen Bereichen selbstverständlich teilnehmen können und die Bedürfnisse aller Mitglieder ebenso selbstverständlich berücksichtigt werden. Inklusion bedeutet davon auszugehen, dass alle Menschen unterschiedlich sind und dass jede Person mitgestalten und mitbestimmen darf. Es soll nicht darum gehen, bestimmte Gruppen an die Gesellschaft anzupassen.“ (Walter Krög)

Unser Kinderladen ist als inklusive Einrichtung gegründet worden. Dahinter steht der Gedanke, allen Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, durch ein selbstverständliches Zusammenleben Toleranz, Hilfsbereitschaft und Kooperationsvermögen zu entwickeln. In unserem Kinderladen wird nicht eine defektorientierte Sonderförderung betrieben, sondern eine ganzheitliche Entwicklungsförderung, bei der das Sosein des Kindes akzeptiert wird und Stärken des Kindes gefördert werden. Wir sehen das alltägliche, normale Zusammenleben als eine Bereicherung an. Unterschiede werden den Kindern im positiven Sinne bewußt, denn Unterschiede gibt es zwischen allen Kindern, jedes Kind, hat seine Stärken und Schwächen. Die Inklusion gibt die Chance zu lernen, die Stärken des Andern zu sehen und die Schwächen zu akzeptieren und zu tolerieren. Ein präventives Arbeiten sehen wir als notwendig an, um dem Entstehen von Vorurteilen vorzubeugen. Dem Team der Kila-ErzieherInnen gehört eine eine Diplom-Heilp��dagogin an.

Aufgaben der o.g. Pädagoginnen sind es, den Prozeß des Miteinanders der Kinder genau zu beobachten und sensibel zu sein für den sozialen Inklusionsprozess. Das heißt einerseits, dass sie sich in erster Linie für die Betreuung, Begleitung und Unterstützung der Kinder verantwortlich fühlen, jedoch andererseits dafür sorgt, dass eine Sonderbehandlung (Exklusion) dieser Kinder ausgeschlossen wird.

4.2.12 Regeln

Regeln helfen Kindern, sich besser zu orientieren und geben ihnen Halt. Die ErzieherInnen sollten die Regeln mit den Kindern gemeinsam erarbeiten, um ihnen deren Sinn verständlich zu machen. Die vorher festgelegten Maßnahmen bei Nichteinhaltung von Regeln sollten konsequent durchgeführt werden, aber bei Bedarf auch immer wieder mit dem/den jeweiligen Kind/ern besprochen werden.

Eine aufgestellte Regel kann und sollte auch immer wieder hinterfragt, überarbeitet, neu aufgestellt werden. Es gibt Regeln, die für alle in der Gruppe gelten, und auch Regeln, die z.B. alters- oder situationsbedingt nur für bestimmte Kinder gelten.

Regeln im Kinderladen sind z.B. keine Kaugummis, Gameboys, die Grenzen der anderen akzeptieren, nicht mutwillig zerstören.

4.3 Aktivitäten
4.3.1 Spiel, Sport und Bewegung

Der Bewegung kommt im frühkindlichen Entwicklungs- und Lernprozess eine bedeutende Rolle zu. Kinder erfahren sich selbst und ihre Umwelt bewegt. Sie lernen sich selbst und ihren Körper kennen und bilden ihre Persönlichkeit aus.

Bewegung ist für Kinder Spiel, aber auch Befriedigung der Neugierde. Kinder wollen in Pfützen springen, auf Ästen balancieren, über Hindernisse klettern. Über Bewegung erleben sie sich und ihre Umwelt. Bewegung hilft ihnen, selbstständig zu werden und Selbstvertrauen zu gewinnen sowie Sozialkompetenz und erstes Weltwissen aufzubauen und sich damit kindgerecht zu bilden.

Aus Sicht der Kinder ist Bewegung, Spiel und Sport nicht voneinander zu trennen. Das Spiel wird zum Sport, der Sport zum Spiel und beides gemeinsam ist die Bewegung. Sport im Kinderladen muss Spiel bleiben. Der Kinderladen ist nicht der Ort zum Erlernen sportspezifischer Fertigkeiten. Das Kind soll Gelegenheit haben, sich selbst, seinen Körper und seine ding- und räumliche Umwelt über Bewegung kennen zulernen und vielseitige Körper-, Bewegungs- und Sinneserfahrung zu machen. Einbindung von Bewegung in die alltägliche Arbeit des Kinderladens bedeutet nicht, Kinder zum Sport zu erziehen, sondern durch Sport zur ganzheitlichen Erziehung beizutragen.

Die Lebensbedingungen unter denen Kindern aufwachsen, entsprechen nicht immer den Erforderungen, die für eine uneingeschränkte Entwicklung notwendig sind. Dies wirkt sich nicht nur auf die körperliche und motorische Entwicklung der Kinder aus, sondern auf ihre geistige und sozial-emotionale Entwicklung.

Kinder müssen sich bewegen, um sich gesund entwickeln zu können, um sich körperlich und seelisch gesund zu fühlen, um die eigenen körperlichen Fähigkeiten kennenzulernen und weiterentwickeln zu können, um mit anderen Kontakt aufnehmen und mit ihnen gemeinsam spielen zu können, um sich die Gegenstände und Spielobjekte, mit denen sie umgehen, aneignen zu können, um ihre Umwelt sinnlich wahrzunehmen und begreifen zu können. Kinder müssen täglich Gelegenheit haben ihren Körper zu erfahren, zu erproben, im Spiel einzusetzen und damit auch ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern.

Zu den Inhalten unserer „Bewegungserziehung“ zählen vor allem Spiele, die die Grundformen der Bewegung wie zum Beispiel: Gehen, Laufen, Hüpfen, Springen, Krabbeln, Kriechen, Klettern, Steigen, Rutschen, Rollen, Ziehen, Schieben, Werfen, Schaukeln und Schwingen ansprechen und üben. Anlass dazu sind interessante Objekte und Geräte, Spielsituationen, Tanzangebote und das wöchentliche Schwimmen, die die Kinder nach eigener Phantasie ausgestalten können oder Bewegungsspiele, die sie gemeinsam mit anderen Kindern gestalten können. Schnee und Eis stellen besondere Herausforderungen an die motorische Anpassungsfähigkeit der Kinder, Wasser kann zur vielseitigen körper- und materieller Erfahrung einbezogen werden. Dazu gehen wir mit den Kindern jeden Tag an die frische Luft und einmal in der Woche schwimmen und turnen.

4.3.2 Musikalische Früherziehung

Kinder haben meist nicht nur viel Spaß an Musik und Bewegung, sondern Musik und Bewegung fördern auch die kindliche Motorik und dadurch die geistige Entwicklung. Das rhythmische Sprach- und Bewegungsspiel ist eine sehr kindgemäße Form der Bewegungserziehung. Die kindliche Musikalität und das Rhythmusempfinden wird unter anderem im phantasievollen Bewegungsspiel gefördert. Einfache Reime leiten die Spielhandlung und geben die Möglichkeit der Selbstbegleitung. Oft werden Bewegungen in Form von Kreisspielen und Singspielen durchgeführt oder musikalisch begleitet. In unserem täglichen Morgenkreis singen wir regelmäßig. Tanz, Kreisspiele und der Einsatz von Musikinstrumenten gehören dazu.

Einmal in der Woche besucht uns ein/e MusikpädagogIn. Sie vertiefen in Absprache mit den ErzieherInnen die musikalische Früherziehung und führen die Kinder an Rhythmus, Klänge, Höhen und Tiefen, laut und leise sowie Instrumente heran. Ihre Anregungen werden z.B. auch bei Festen umgesetzt.

4.3.3 Feste und Feiern

Ohne Vorfreude auf besondere Ereignisse, ohne Spannung und Höhepunkte nimmt die Lernbereitschaft ab, wird die Neugier auf die Umwelt gedämpft. Feste, Feiern und Ausflüge verbreiten dagegen eine Atmosphäre von Neugier, Spannung und Aufgeschlossenheit. Die Kinder sind wacher, lassen sich aktivieren und zu neuen Tätigkeiten anregen. Feste, Feiern, Geburtstage und Exkursionen haben daher in unserem Kinderladen eine wichtige Funktion. Unsere Feste sollen keine Prestigeangelegenheiten sein, wo den Eltern gezeigt wird, wie ihre Kinder funktionieren. Wir legen stattdessen großen Wert darauf, die Feste und Feiern zu einer gemeinsamen Angelegenheit zu machen. Manche Feste feiern wir nur mit den Kindern, manche gemeinsam mit den Eltern. Anlässe für Feste können saisonaler oder individueller Natur sein, sie können spontan oder im Zusammenhang mit Projekten veranstaltet werden.

Die Hauptsache ist das Einbeziehen der Kinder in die Vorbereitung und Planung. Auch versuchen wir, den Kindern die Bedeutungen, den kulturellen Hintergrund und die Geschichte verschiedener Feste zu vermitteln, z.B. zu Weihnachten.

Folgende Feste und Aktionen veranstalten wir regelmäßig:

  • Das Laternenfest (St. Martins Tag) Dazu treffen wir uns mit den Kindern und Eltern zum gemeinsamen Singen, Laternen laufen und dem Lagerfeuer. Die Laternen gestalten die Kinder selbst oder mit ihren Eltern zusammen im Kinderladen. Abschließend nehmen wir ein Picknick ein, das von den Eltern vorbereitet wurde.
  • Nikolausfest Bei einem gemeinsamen Nikolaus-Frühstück stimmen wir die Kinder auf eine kleine Bescherung ein.
  • Weihnachtsfest Die Feier findet ohne die Eltern statt. Die Kinder haben viel Spaß an bunten Verkleidungen, Schminke und dem Schmücken des Raumes sowie den vorweihnachtlichen Aktionen, wie Backen und Geschenke basteln und verpacken.
  • Ostern Im Vorfeld von Ostern blasen die Kinder und ErzieherInnen die Ostereier gemeinsam im Kinderladen aus. Die Eier werden bemalt/ verziert und dienen der Dekoration des Kinderladens. Das Färben von Ostereiern gehört selbstverständlich zur Tradition wie das Verstecken und das Suchen.
  • Sommerfest Abschluss eines jeden Kinderladenjahres ist das Sommerfest, das meist im Görlitzer Park oder auf dem Kinderbauernhof gefeiert wird.

Aktivitäten werden von den Eltern organisiert, oft sind die neuen Kinder schon mit eingeladen. Für Kinder, die zum Ende des Kinderladenjahres ausscheiden, z.B. weil sie in die Schule kommen, ist dies der große gemeinsame Abschluss.

  • Kindergeburtstag Er ist für jedes Kind ein besonderer und wichtiger Tag. Das Geburtstagskind hat einen besonderen Platz, den geschmückten Stuhl. Die Eltern bringen einen Geburtstagskuchen mit und das Kind bekommt vom Kinderladen ein Geschenk. Es folgt eine Geburtstagsfeier mit den Spielen, die das Kind sich wünscht.
  • Abschiedsfeier /-aktion für ausscheidende Kinder Kinder, die den Kinderladen verlassen, werden mit einer besonderen Aktion verabschiedet. Sie können sich selbst aussuchen, wie sie ihre Abschiedsveranstaltung haben wollen: Eine Feier im Kinderladen, eine Feier mit allen Kindern bei sich zu Hause, ein Ausflug z.B. in den Zoo oder zur Feuerwehr…

Außerdem erhalten sie zum Abschied ein Geschenk von den Kindern und ErzieherInnen.

4.3.4 Reisen/ Kinderladenübernachtung

Wir sind bemüht einmal im Jahr, vorzugsweise im Frühjahr/Sommer eine Kinderladenreise zu veranstalten. Vorher findet zum “Üben“ eine Übernachtung mit allen großen Kindern und den ErzieherInnen im Kinderladen statt.

Die Reise führt in die nähere Umgebung Berlins, an ein Ziel, das innerhalb einer Zeit von ca. zwei bis drei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Dort verbringt die Gruppe vier Nächte. Je nach Anzahl der mitfahrenden Kinder begleiten neben den ErzieherInnen noch weitere, den Kindern bereits bekannte Aufsichtspersonen wie etwa die Zivildienstleistenden oder FSJ-lerinnen die Gruppe (allerdings keine Eltern, da dies den pädagogischen Nutzen der Unternehmung meist hindert.).

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5. Die Organisation

Die gesamte Verwaltungs- und Organisationsarbeit zum Funktionieren des Kinderladens wird von den ErzieherInnen und der Kinderladenleitung geleistet. Das pädagogische Team ist verantwortlich für die Umsetzung des Konzepts und der allgemeinen Regeln und Strukturen. Außerdem beschäftigt es sich mit der Öffentlichkeitsarbeit des Kinderladens. Dabei stimmt es sich mit der Kitaleitung ab, die ja häufig der erste Ansprechpartner im Kinderladen für Außenstehende, Ämter, Institutionen oder interessierte Eltern sind. Die ErzieherInnen übernehmen organisatorische Aufgaben, jedoch liegt ihre Hauptverantwortung im pädagogischen Bereich.

5.1 Rollen, Aufgaben und Verantwortung

Kinderläden wie Schippe und Eimer sind auf eine gut funktionierende Zusammenarbeit aller Beteiligten maßgeblich angewiesen. Das „A“ und „O“ dieser Zusammenarbeit ist der regelmäßige Informationsaustausch untereinander. Die permanente Kommunikation miteinander ersetzt im Kinderladen vielfach das, was in größeren Einrichtungen durch institutionelle und bürokratische Strukturen gewährleistet wird. Natürlich kommt auch der Kinderladen Schippe und Eimer nicht ohne gewisse Strukturen und Regeln im Umgang miteinander aus. Jedoch setzen wir vorrangig auf den kommunikativen Austausch.

5.1.1 Elternarbeit

In Kinderläden sind die Eltern oftmals stärker involviert als in den meisten öffentlichen oder größeren Einrichtungen. Das bedeutet, dass in Kinderläden nicht nur die ErzieherInnen ihre Aufgaben verantwortungsvoll erfüllen müssen, sondern auch die Eltern. Eltern sollten sich mit dem vorliegenden Konzept identifizieren können, denn sie sind mitverantwortlich für dessen Umsetzung. Eltern übernehmen in unserem Kinderladen unterstützende Dienste, wie z.B. Begleitung zu Ausflügen, Kochen, Baumaßnahmen, Vorbereitung von Festen etc. Zudem tragen die Eltern eine Mitverantwortung für die Instandhaltung und Renovierung der Räume. Sie sind für die Sauberkeit der Räume mitverantwortlich, übernehmen bei Erkrankung oder Fortbildung einer Erzieherin auch Elterndienste zur Unterstützung der anderen Erzieherin.  Außerdem wird von den Eltern die regelmäßige Teilnahme an den stattfindenden Elternabenden erwartet.

Themen der Elternabende sind:

  • Aktueller Bericht der ErzieherInnen über den aktuellen Alltag und die Gruppensituation
  • Klärung von organisatorischen Belangen des Kinderladens, wie Aufnahme neuer Kinder,
  • Renovierung, Ernährung, Festvorbereitungen etc.
  • Terminabsprachen
  • Anregungen der Eltern/ Erzieher
  • Einstellung/ Kündigung von Personal
  • evt. Planung besonderer Aktionen

Über diese vielfach eher organisatorische Zusammenarbeit hinaus, arbeiten ErzieherInnen und Eltern in Schippe und Eimer auch in pädagogischen Fragen bezüglich des Kindes eng zusammen. Dies zeigt sich unter anderem in:

  • Elterngesprächen, die regelmäßig dienstags und mittwochs durchgeführt����werden.
  • Hospitationen nach Absprache, die den Eltern ermöglichen das eigene Kind in der Kindergruppe zu erleben.
  • Tür- und Angelgesprächen
  • bei Bedarf Informationen zu Beratungsangeboten
  • jährliche Wahl von Elternsprechern
5.1.2 ErzieherInnen / Personal

Die ErzieherInnen sind für die Umsetzung des Konzeptes verantwortlich. Da wir die Erziehung der Kinder im Kinderladen als wichtige Ergänzung zur Erziehung zu Hause betrachten, tragen die ErzieherInnen eine Mitverantwortung für die Entwicklung der einzelnen Kinder.

Die ErzieherInnen sind dafür verantwortlich, dass die für die Eltern aufgestellten Regeln (z.B. die Bring- und Abholzeiten, Kochen, Zahlen der Beiträge)) eingehalten und bei Nichteinhaltung Konsequenzen gezogen werden.

Das Kinderladenteam setzt sich zusammen aus gelernten Fachkräften und Fachkräften, die ihre ganz individuellen Fähigkeiten und Erfahrungen als eine wunderbare und unersetzliche Bereicherung in das tägliche Arbeiten einfliessen lassen. Wir machen seit vielen Jahren nur gute Erfahrungen mit dieser Form von Teamarbeit. Dieses „Mischkonzept“ findet sich heute z.B. im Berliner Bildungsprogramm wieder.

Jedes Mitglied im Team, unabhängig von Qualifikation oder Gehalt oder sonstigem Status, arbeitet gleichberechtigt und ist auch von den Eltern als Fachkraft als solche anzuerkennen. Die Arbeitsbereiche werden nach Interesse und Fähigkeiten des Personals aufgeteilt. Es finden regelmäßig Teambesprechungen statt.

Inhalte der Teamsitzungen sind:

  • Planung und Reflexion der täglichen Arbeit, von Gruppensituationen, Projekten, Festen, Kinderladenübernachtung etc.
  • Fallbesprechungen und Analyse der Gruppensituation
  • Austausch über die Arbeitsweise (pädagogische Ansätze, Diskussionen, Vorstellen entsprechender Literatur und Zeitungsartikel)
  • Vorbereitung von Elternabenden und Elterngesprächen

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6. Finanzierung

Die Finanzierung des Kinderladens ist durch die “Rahmenvereinbarung über die Unterstützung, Finanzierung und Leistungssicherstellung der Eltern-Initiativ-Kindertagesstätten (EKTRV)”, die das Land Berlin mit den freien Trägern von Kinderbetreuungseinrichtungen abschließt, geregelt.

Die Kosten für das Betreiben des Kinderladens werden derzeit vom Senat getragen. Hinzu kommen Beiträge der Eltern für Verpflegung. Außerdem erbringen die Eltern des Kinderladens einen kleinen Prozentsatz der Leistungen in Eigeninitiative.

Neben den monatlichen Verpflegungskosten zahlen die Eltern im Kinderladen Schippe und Eimer zur Sicherung der laufenden Kosten einen monatliche Gruppenkasse von derzeit 25 Euro  und ihre Aufwendung für den monatlichen Kochdienst.

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7. Selbstdarstellung und Öffentlichkeitsarbeit

Wenngleich der Kinderladen keine kommerzielle Institution ist, kommt er nicht umhin, sich selbst darzustellen und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Dies ist immer dann verstärkt der Fall, wenn es darum geht, neue Kinder und Eltern für den Kinderladen zu werben. Wichtig für die Präsentation des Kinderladens gegenüber Bewerbern, Ämtern und Institutionen sind:

  • das Auftreten der ErzieherInnen
  • das Informationsangebot (schriftliche Infos in Form eines Folders, Telefon-Nummern von Kitaleitung/Elternvertretern für Nachfragen)
  • Dokumentationen über den Alltag oder besondere Aktionen im Kinderladen (z.B. in Form einer Fotowand)

Zur Werbung neuer Kinder wurden bislang folgende Aktivitäten unternommen:

  • Aushang in der Schaufensterscheibe
  • Mund-zu-Mund-Propaganda

Zur Einstellung neuen Personals werden in aller Regel folgende Aktivitäten unternommen:

  • Anzeigenschaltung in Stadtzeitungen (reine Text-Kleinanzeige)
  • Aushänge in Erzieherfachschulen von Berlin

Zur Selbstdarstellung nach außen dient auch diese inhaltliche Konzeption, wobei sie gleichzeitig auch Richtschnur und Regelwerk für den Kinderladen selbst ist.

 

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Mit anfang 30 sieht es schon english essay schreiben lassen sehr unglücklich aus.